Ziele:

Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ hat sich zum Ziel gesetzt, das vom Aussterben bedrohte Wissen um die Techniken und Verfahren der manufakturellen Schmuckfertigung zu bewahren und an kommende Generationen zu tradieren.

 

Wissen und Handwerkstechniken bewahrt man am besten langanhaltend in dem sie praktiziert werden. Damit Menschen eine Technik erlernen und anwenden muss sie jedoch einen Zweck erfüllen.

 

Für die Industrie ist die manufakturelle Schmuckherstellung schon lange uninteressant geworden. Die Herstellung ist zu zeitaufwendig. Was um 1900 als Innovation galt um schnell und günstig Schmuck in Serie herzustellen ist heute dank moderner Verfahrenstechniken unrentabel geworden. Für viele der alten Techniken gibt es jedoch keinen adäquaten Ersatz. Sie wurden einfach durch neue Designs und Formensprache ausgetauscht.

 

Für den Designer oder Goldschmied, der sich mit der Herstellung von Unikaten und Kleinserien beschäftigt bietet die manufakturelle Herstellung mit ihren einzigartigen Techniken interessante Möglichkeiten. Die Anschaffung der alten Maschinen, die für diese Art der Schmuckherstellung benötigt werden stellt jedoch ein Problem dar. Sie werden zumeist nicht mehr produziert und sind daher oft selten und teuer. Außerdem sind die Maschinen auch groß und schwer. Nicht jeder hat den nötigen Platz um sie aufzustellen. Hinzu kommt, dass oftmals das Wissen über die korrekte Pflege, Wartung und Einrichtung fehlt.

 

Hier setzt das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ an. Es bietet eingerichtete Werkstätten mit den historischen Maschinen der manufakturellen Schmuckherstellung und öffnet diese für Goldschmiede und Schmuckdesigner. Neulinge können hier den Umgang mit den Maschinen erlernen. Wer schon länger dabei ist kann die Maschinen zur Fertigung neuer Kollektionen nutzen.

 

In Seminaren können Interessierte Schmuckschaffende mit erfahrenen Experten der manufakturellen Schmuckfertigung zusammen arbeiten und lernen so was für Möglichkeiten diese Art der Schmuckherstellung bietet.

 

Ein ganz wichtiger Aspekt des Projektes ist die Vernetzung von Wissen. Alte Experten treffen auf junge Schmuckschaffende. Dabei entsteht ein spannender Austausch von langjährigem Erfahrungswissen und neuen innovativen Ideen.

 

Neben der praktischen Wissensvermittlung gibt es noch die Dokumentation. Über 80 Stunden Filmmaterial wurden bisher aufgezeichnet, die die Arbeit der Experten an ihren Maschinen dokumentieren. Ein Forschungsprojekt zur Herstellung von Jugendstilschmuck wurde vom Deutschen Technikmuseum ins Leben gerufen und die Ergebnisse in einer Ausstellung festgehalten. Ständige Dokumentationen und auch neue Versuche werden gemacht und für die Nachwelt festgehalten.

 

Um all dies zu ermöglichen braucht es viele Unterstützer. Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ besteht derzeit aus fünf Kooperationspartnern in Pforzheim und Berlin,

die verschiedenste Projekte durchführen.

Dazu gehören die Vermittlungs- und Dokumentationsarbeit am Deutschen Technikmuseum, das Semesterprojekt der Hochschule Pforzheim, das Stipendium der Gold- und Silberscheideanstalt C. Hafner und vieles mehr.

 

Um das Projekt langfristig finanzieren zu können hat sich 2015 der gemeinnützige Verein „Manufakturelle Schmuckgestaltung e.V.“ gegründet. Er bemüht sich um Sponsoren und Spendengelder und unterstützt damit die verschiedenen Projektbausteine.