Geschichte Pforzheimer Schmuckindustrie

1718 wurde in Pforzheim im ehemaligen Dominikaner Kloster ein Waisenhaus errichtet. Um die jungen Leute zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen beschloss der Markgraf Karl Friedrich von Baden die Ansiedelung der Industrie in Pforzheim zu fördern. 1767 wurde in Pforzheim eine Taschenuhrenfabrik erbaut. Noch im selben Jahr wurde diese durch eine Schmuckwarenfabrik und eine Stahlwarenfabrik ergänzt. Als Bedingung für die Erlaubnis sich hier ansiedeln zu dürfen mussten die Fabrikanten versprechen die Waisenkinder in ihren Firmen auszubilden und zu beschäftigen. Somit war der Grundstein der Pforzheimer Uhren- und Schmuckindustrie gelegt.

 

Mit der Zeit siedelten sich weitere Schmuckfabrikanten und Zulieferer an. 1913 war mehr als die Hälfte der Pforzheimer Bevölkerung in der Schmuck- und Uhrenindustrie tätig.

 

Typisch für Pforzheim war die manufakturelle Schmuckfertigung. Hier wurde Schmuck in Serie produziert. Ein Schmuckstück durchlief dabei verschiedene Produktionsschritte, die in die so genannten Kabinette gegliedert waren. Diese Art der Fertigung führte zu einem hohen Grad der Spezialisierung. In Pforzheim gab es allein in der Schmuckindustrie über 80 Spezialberufe.

 

Viele dieser Berufe sind heute vom Aussterben bedroht. Das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung versucht das Wissen um die Techniken und Maschinen dieser Berufsgruppen am Leben zu erhalten und neue Anwendungsgebiete zu finden.